Veranstaltungen

Industrie 4.0 - Internet der Dinge

Große Chance oder großes Risiko?

Die 4. Ausgabe der Mengerskirchener Zukunftsgespräche, eine Vortragsreihe des Vereins Zukunftsforum Mengerskirchen e.V. fand, wie auch die vorherigen Veranstaltungen ein gutes Zuhörerinteresse mit über 50 Gästen. Bernd Kremer,  VicePresident R&D Strategy and Alliances der iTAC Software AG aus Montabaur – einem Tochterunternehmen von Dürr, einem M-DAX-Unternehmen, referierte in seinem Vortrag über Industrie 4.0 / Internet der Dinge und gab dabei einen interessanten Einblick in die Praxiserfahrungen sowie einen Ausblick über das Potenzial von Industrie 4.0 und IoT-Plattformen. Die Abkürzung IoT steht für „Internet of Things“ und beschreibt die digitale Vernetzung von Maschinen und Geräten. Weitere Schlagworte in diesem Zusammenhang  sind Automation, Vernetzung, Cloud Computing, Big Data und System Integration. Bernd Kremer skizzierte den digitalen Wandel und arbeitete heraus, dass die allseits bekannten digitalen Herausforderer aus dem Silicon Valley versuchen, einen Keil zwischen den etablierten Unternehmen und ihre Kunden zu treiben. Dies geschieht in starkem Maße durch Absaugen von Daten und Know How sowie Verkürzung von Wertschöpfungsketten: „Wer die Daten hat, besitzt auch die (Markt-) Macht.“ 

Bernd Kremer stellte dar, dass die deutschen Maschinenbauer sehr intensiv daran sind, IoT-Plattformen zu etablieren. Sie denken und arbeiten dabei nach dem Motto: „Der deutsche Maschinenbau muss den digitalen Wandel selbst gestalten.“Bernd Kremer hob hervor, welche Fragen jedes Unternehmen sich selbst beantworten muss, um in der Zukunft zu bestehen. Dazu gehören: Zielgruppe: Welchen Markt / Partner möchte ich erreichen?  Kernangebot: Was wird signifikant vereinfacht oder sogar erst ermöglicht? Offenheit: Wie verhalte ich mich gegenüber Kunden, Partnern, Wettbewerbern? Partner: Welche Partner brauche ich zur Realisierung und welche Partner tragen zum Erfolg bei? Rollen: Wer ist Plattformnutzer, -betreiber, -anbieter oder Geschäftspartner? Geistiges Eigentum: Wer hat die Hoheit über die Daten? Monetarisierung (€): Welches Geschäftsmodell ist erforderlich?

 

Auch im heimischen Raum gibt es mit der SEF Smart Electronic Factory e.V. eine in Limburg ansässige Informations-, demonstrations-und Evaluierungsplattform für Industrie 4.0- Szenarien mit dem Fokus  mittelstandstaugliche Lösungen für die reale Produktion zu fördern. Aktuelle Projekte dort sind: Big Data Analytics in der Elektronikfertigung, Industrie 4.0 Reifegradbestimmung, Industrie 4.0 Wirtschaftlichkeitsberechnung, Mitarbeiter-individuelle Prozessführung in einer variantenreichen Produktion sowie Vereinheitlichung der Legacy-Landschaft in historisch gewachsener Produktions-IT.

Bernd Kremer beantwortete die Frage „Industrie 4.0/Internet der Dinge - Große Chance oder großes Risiko?“  mit dem Schlusssatz, Das EINE erfordert auch das ANDERE. Nach dem interessanten und aufschlussreichen Vortrag gab es eine lebhafte Diskussion und viele Fragen an den Referenten.

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